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Was bin ich ohne dich?

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Wie Angehörige den Suizid überleben

ZDF 37° 

2017

Produktion: micafilm

Ein Film von Caroline Haertel u. Mirjana Momirović

Alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland jemand das Leben. Von jedem Suizid sind durchschnittlich sechs Angehörige betroffen, die fassungslos zurückbleiben. Wie sollen sie weiterleben?

Fünf Jahre sind vergangen, seit sich der jüngere Bruder des 33-jährigen Gabriel das Leben nahm. Es ist, als wäre diese Katastrophe erst gestern gewesen. Immer wieder überfallen Gabriel die Gedanken nach dem „Warum“. Hätte er es nicht doch irgendwie verhindern können?

Angehörige von Suizidopfern finden oft keinen Weg aus dieser Gedankenmühle. Mit Selbstvorwürfen und der Frage nach dem "Warum" reiben sie sich auf. Auch Gabriel findet keine Ruhe. "Eigentlich weiß ich, ich habe keine Schuld. Aber jedes Mal, wenn ich ihn mir auf diesem Balkon vorstelle, könnte ich losheulen. Wie an dem Tag, als ich es erfahren habe." 

Christel (73) und ihr Mann waren 40 Jahre glücklich verheiratet, als er seinem Leben ein Ende setzte - ohne jede Vorankündigung und ohne irgendein Anzeichen. Bis heute weiß Christel nicht warum."Vielleicht hätte ich ihm helfen können? Wir haben ja immer alles gemeinsam gemacht und besprochen. Und in dem Moment, wo es um so eine Entscheidung geht, die das Leben wirklich radikal verändert, hat er nichts gesagt! Warum nur?" 

Der Mann von Miriam (47) hat sich in der gemeinsamen Wohnung das Leben genommen.  Obwohl sie nur den Notarzt rief, kamen gleich mehrere Polizisten mit. Da Suizid kein natürlicher Tod ist, wurde die Wohnung zunächst wie ein Tatort behandelt. „Ich konnte nicht mehr zu ihm und die Zimmer waren voll mit allen möglichen Menschen. Dann wurde die Tür versiegelt, man durfte überhaupt nicht mehr rein. Das war ganz schlimm."

37 Grad begleitet Gabriel, Christel und Miriam ein Jahr lang bei ihrem Versuch, das Geschehene zu verarbeiten, zu akzeptieren und wieder ins Leben zu finden. Zu Beginn der Dreharbeiten liegt der Suizid von Miriams Mann noch kein Jahr zurück, der von Gabriels Bruder fünf und der von Christels Mann acht Jahre. Der Film dokumentiert den Schmerz, die Schuldgefühle und die zermürbenden Fragen, die die Angehörigen quälen. Er zeigt aber auch, dass es Hilfe gibt. Miriam findet Trost und Unterstützung durch eine Suizid-Trauerbegleiterin und einen Yogameister, Christel leitet inzwischen die Hamburger Selbsthilfegruppe des Bundesverbandes der Angehörigen nach Suizid „AGUS“ und Gabriel will sich bei "Freunde Fürs Leben" engagieren, die sich für Prävention von Suiziden bei Jugendlichen einsetzen.

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Erstausstrahlung: 05. Juni 2018, 22:15 Uhr, ZDF

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